Diskussionsgrundlagen und unterrichtspraktische Aspekte
ISBN:978-3-8340-0246-4
April 2007
Der dritte Band der Reihe Sprachenlernen konkret! Angewandte Linguistik
und Sprachvermittlung - Kommunikative Kompetenz und Mehrsprachigkeit -
widmet sich dem Zusammenhang dieser beiden Konzepte, der aktueller denn
je ist: Europäische Kommission und Europaratbemühen sich energisch um
Förderung der kommunikativen Kompetenz, die zunehmend als
Mehrsprachigkeitskompetenz verstanden wird, und nationale
Bildungsstandards setzen kommunikative Kompetenz als Zielvorgabe. Der
Band beleuchtet Kommunikative Kompetenz und Mehrsprachigkeit vor allem
aus sprachdidaktischer Perspektive. So zeigt der einleitende Beitrag
von Erika Werlen, woher das didaktisch so bedeutsame Konzept
Kommunikative Kompetenz kommt und entwirft daraufhin ein
Komponentenmodell der Kommunikativen Kompetenz. David Little betrachtet
die politische Dimension der Sprachprojekte des Europarats und zeigt,
wie und unter welchen Bedingungen sich Mehrsprachigkeit als
sprachpolitisches Ziel durchsetzt. Leo van Lier argumentiert für die
Konzeption einer semiotischen Kompetenz und bringt eine spannende,
zukunftsweisende Perspektive in die Diskussion ein: er fragt, was es
heisst, kompetent in der Kultur einer neuen Sprache zu werden. Ralf
Weskamp stellt neurolinguistische Ansätze dar und fragt, wie wir uns
das vorzustellen haben und ob wir so sensibler für die Komplexität der
Interaktionen im Klassenzimmer werden. Franz-Josef Meißners Beitrag
bildet die Schnittstelle zur Unterrichtsforschung und-praxis. Er
erklärt die Konzeption der Mehrsprachigkeitsdidaktik und die
Anwendungsfelder der Interkomprehensionsdidaktik. Lorenz Volkmann
fragt, ob die Beschäftigung mit englischer Literatur dazu führt, dass
eine inter- und transkulturelle Kompetenz aufgebaut wird. In den
Beiträgen von Andrea Haeni Hoti und Erika Werlen geht es um das
kontroversdiskutierte Thema, welche Ziele der frühe
Fremdsprachenunterricht verfolgt, was er realiter erreicht, welche
Einflüsse er auf die muttersprachliche Kompetenz hat und wie
Fortschritte gemessen werden können. Im Anhang des Bandes
veranschaulicht ein Sprachenportfolio für die europäische Grenzregion
Oberrhein von Erika Werlen und Katharina Höchle den Versuch, zur
Entwicklung einer grenzüberschreitenden Sprachgemeinschaft beizutragen
und Lehrkräften und SchülerInnen eine Orientierung für die
grenzüberscheitende Ausweitung ihrer Sprachgemeinschaft zu geben: Es
konkretisiert die Position von Dell Hymes: The value of the concept of
communicative competence is in part that of a comprehensive,
regulative, heuristic guide.