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Un prof propose : université en tout-anglais

Das Härteste zur dt. Sprache im Zeitalter der Globalisierung von einem
Wirtschaftsprofessor an der Europauniversität Frankfurt/Oder.
Leider wird es bereichsweise zunehmend Wirklichkeit, nicht nur für das
Studium von Ausländern in D
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Briefwechsel
zwischen Prof. Harald Weydt und Prof. Helmut Seitz an der
Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder im November 1999
Es ist der härteste Text zur deutschen Sprache in der Zeit der
Globalisierung...
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An alle Lehrenden der Fakultät
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im ersten (und bisher letzten) Protokoll der Dekanatssitzung wurde
angekündigt, dass Herr Schiffauer plant, eine an ausländische
Studierende gerichtete Broschüre nicht-deutscher Lehrveranstatungen
zusammenzustellen, um eventuell damit zu werben, daß man bei uns ohne
Deutschkenntnisse, also vermutlich auf Englisch, studieren kann. Ich
möchte hier stärksten Protest anmelden, und nur stichwortartig begründen.

Es stimmt (Gottseidank) nicht, daß man bei uns auf Englisch studieren
kann. Wenn jemand in dieser Erwartung zu uns kommt, wird er enttäuscht.
Das schadet unserem Ruf/Image mehr, als wenn wir den Mund gehalten
hätten. Außerdem würden nur die kommen, die in der Anglophonie (GB, USA,
Australien ... ) nicht angenommen wurden. Eine negative Selektion.

Solche Versprechungen und Werbeaktionen fallen der deutschen Kultur- und
Spracharbeit im Ausland schlimm in den Rücken. Vor wenigen Wochen hat
uns Prof. Bein aus Buenos Aires im Kolloquium erzählt, wie
kontraproduktiv und demotivierend für den Deutschunterricht es sich in
Argentinien auswirkt, daß der DAAD für deutsche Universitäten wirbt, mit
dem Hinweis, man müsse, um hier zu studieren, kein Deutsch können. Ich
schildere gerne, welche Enttäuschung und welches Bewußtsein, ungerecht
behandelt zu sein, ich in Kasachstan ausgelöst habe, als ich die Liste
der Stipendiaten vorweisen musste; diejenigen, die jahrelang Deutsch
gelernt hatten, waren fassungslos, als sie erfuhren, daß ihnen Leute
vorgezogen wurden, die überhaupt nicht oder nur wenig Deutsch konnten.

Um unsere Internationalität zu erhalten ist es viel wichtiger, daß wir
unsere Forschung und Lehre international ausrichten. Dazu gehört, daß
- unsere Studierenden aufgefordert werden, nicht-deutsche Literatur
einzubringen (polnisch, russisch, französisch, englisch, spanisch, etc.),
- der Brauch, eine fremdsprachige Zusammenfassung zu jeder Seminararbeit
zu verlangen, nicht einschläft,
- die internationalen Beziehungen ausgebaut werden.

Die Europäer sollten sich für ihren sprachlichen und kulturellen
Reichtum verantwortlich fühlen und sorgsam mit ihm umgehen. Dazu sind
auch die Deutschen moralisch verpflichtet. Sie sollten rnit den anderen
dazu beitragen, daß eine Reduzierung auf eine Sprache, das Englische,
verhindert wird.

Ich könnte umgekehrt auch keinem deutschen Studierenden raten, etwa nach
Spanien, Frankreich, Italien, Polen zu gehen, um dort auf Englisch zu
studieren, ohne die Landessprache zu können. Sie finden keine Freunde,
da auf Dauer doch kein Freundeskreis auf Englisch umschaltet, nehmen
nicht am akademischen und sozialen Leben teil, versauen sich ihr
Englisch und lernen fachlich zu wenig.

Mit herzlichen Grüßen
Harald Weydt

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Mein Kommentar zum Protest von Herrn Kollegen Weydt:

Was soll das Herr Kollege Weydt? Die deutsche Sprache brauchen wir nicht
mehr. Ich bin dafür alles in englischer Sprache zu machen. Goethe,
Schiller und die anderen Schreiberlinge kann man auch auf Englisch lesen
(ich habe Hesse nur in amerikanischen Übersetzungen gelesen. Kann nur
sagen: Prima). Nehmen Sie sich ein Beispiel an Händel, der hat sich
sogar geweigert mit seiner Mutter deutsch zu sprechen! So muß es sein.
Raus aus der Provinz, rein in die globalisierte Weit. Mit deutscher
Sprache koennen unsere Studenten nur noch Kanzler werden! Und ferner
dient eine Sprache der Völkerverständigung.

Um die deutsche Kultur zu pflegen brauchen wir keine deutsche Sprache.

Es spricht ja nichts dag egen für die ausländischen Studenten auch
Deutschkurse abzuhalten. U. U. gibt es hierzu bald ein gutes Angebot bei
Aldi!

Herr Schiffauer soll sein Projekt durchziehen!

Sorry, aber dieser Protest ist unnötig und schadet unserer
Internationalisierungsstrategie! Mit den Argumenten von Herrn Kollegen
Weydt muessen wir auch wieder das Mittelalterdeutsch einfuehren, damit
wir alle die Lieder von Walther von der Vogelweide oder den Parzifal
lesen koennen. Auch die Sprache unterliegt einem Globalisierungsdruck
und ein Wehren gegen die Internationalisierung ist gleichzusetzen der
Maschinenstürmerpolitik im letzten Jahrhundert!

Helmut Seitz
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Auf die Kritik der Kollegen und der Öffentlichkeit hin bedauerte Seitz
nur die Wortwahl, blieb aber bei seiner Aussage. Er ist Führungskraft
eines Großkonzerns, die zeitweilig an einer Hochschule lehrt. So wie er
denken viele Führungskräfte unserer Wirtschaft, nur würden sie es nicht
so unverblümt sagen wie in diesem Brief, der zunächst nur für einen
kleinen Kreis gedacht war. Auf das Schreiben eines Rundfunkjournalisten
vom MDR, der ihn daran erinnerte, daß Muttersprache nicht nur wichtig
ist für das Begreifen der Welt, sondern auch etwas mit Identität und
Gefühl zu tun hat, hatte er nur die folgende Antwort: Für
Sprachneurotiker habe er kein Verständnis.