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Schwarze Milch ist keine Lüge

| Lesedauer: 6 Minuten
Von Andreas Kablitz
 

Der Romanist Harald Weinrich war ein Sprachwissenschaftler, wie es sie heute kaum noch gibt: Er machte auf kühne Weise literarurwissenschaftliche Erkenntnisse auch für die Linguistik nutzbar – von Saussure zu Paul Celan und zurück. Nun ist er gestorben.

Die Romanistik trauert um den Verlust eines der Großen ihrer Fachvertreter. 1927 in Wismar geboren, studierte Harald Weinrich in Münster, Freiburg, Toulouse und Madrid, bevor er 1954 bei seinem akademischen Lehrer Heinrich Lausberg in Münster promovierte. Vier Jahre später erfolgte an derselben Universität seine Habilitation, und schon wenig später wurde er mit nur 32 Jahren nach Kiel berufen.

Weitere Stationen seiner glanzvollen Laufbahn waren Lehrstühle in Köln, Bielefeld und München, wo er das neu gegründete Institut für Deutsch als Fremdsprache leitete. Nach seiner Emeritierung in München erhielt Weinrich einen Lehrstuhl am Collège de France sowie den Gallilei-Lehrstuhl an der Scuola normale in Pisa. Zahlreiche Ehrendoktoren, Gastprofessuren, Fellowships und Akademiemitgliedschaften im In- und Ausland runden seine beispiellose Karriere ab.

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